Mittwoch, 1. September 2010

Donnerstag, 10. Juni 2010

"Furchtlos, weil ich ein Löwe bin"

Ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Wochen, die aller Voraussicht nach geprägt sein werden von Straßenprotesten.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Nächtliche Proteste

Heute Nacht gab es wie in den Nächten zuvor auf den Dächern von Tehran Protestrufe gegen das Regime. Die Menschen riefen unter anderem "Allaho Akbar" ("Gott ist groß"). Dieser Protestruf wurde bereits während der Revolution von 1979 von den Dächern gerufen. Darüber hinaus riefen die Menschen heute "Marg bar Diktator" ("Nieder mit dem Diktator"). Aktionen wie diese sollen den Zusammenhalt der Menschen bei bevorstehenden Ereignissen verdeutlichen. Für den Jahrestag des Wahlbetruges am 12. Juni sind nämlich Großdemonstrationen im ganzen Land geplant.


Samstag, 5. Juni 2010

Khamenei droht Mousavi und Karroubi mit Todesstrafe

Beim gestrigen Freitagsgebet zum 21. Todestag von Ayatollah Khomeini drohte Khamenei, oberster geistlicher Führer, den Wortführern der Grünen Bewegung indirekt mit der Todesstrafe. Andere, die selbst Khomeini vor und nach der Revolution von 1979 begleitet haben, seien wegen "Verrats" hingerichtet worden. Khamenei verdeutlichte mit diesen Worten, dass selbst Mousavi, Karroubi und Khatami vor einer Hinrichtung nicht sicher seien.

Zudem wurde die Rede von Khomeinis Enkel Seyyed Hassan Khomeini immer wieder von Sprechchören unterbrochen. Basijis skandierten "Tod Mousavi!". Seyyed Hassan Khomeini, der der Grünen Bewegung nahe steht, musste daraufhin seine Rede abbrechen.

Grund für die überhastete Drohung Khameneis ist der bevorstehende Jahrestag der Präsidentschaftswahlen am 12. Juni. Die Grüne Bewegung hat vom 12. Juni bis zum 20. Juni verschiedene Protestaktionen angekündigt. Besonders am 12. Juni sollen erneut Millionen Menschen auf die Straßen gehen, um ihren Unmut gegen die Putschregierung Luft zu machen.

Sonntag, 30. Mai 2010

Kreative Protestaktion in Stockholm

Zum anstehenden Jahrestag der "gefälschten" Präsidentschaftswahlen von 2009 haben sich die Menschen in Stockholm eine besonders kreative Aktion ausgedacht, um ihren Protest gegen die Putschregierung von Ahmadinejad auszudrücken.

Majid Tavakoli wieder in öffentlicher Abteilung von Evin

Majid Tavakoli wurde gestern von der Einzelzelle in Abteilung 7, Halle 3 der öffentlichen Abteilung von Evin verlegt. Damit ist sein sechstägiger trockener Hungerstreik aus Protest zur Isolationshaft erfolgreich gewesen. Berichten zufolge erlitt Majid Tavakoli aufgrund seines Hungerstreikes Magenblutungen.

Seine Isolationshaft hatte internationalen Protest hervorgerufen. Menschenrechtsaktivisten sowie politische Gefangene, die ebenfalls in Evin einsitzen sind am 26. Mai aus Solidarität zu Majid Tavakoli in Hungerstreik getreten. Seine Mutter war ebenso in einen trockenen Hungerstreik getreten.

Tavakoli ist einer der führenden Persönlichkeiten der Studentenbewegung. Er wurde im Dezember 2009 am Tag der Studenten beim Verlassen des Campus der Amir-Kabir-Universität von Tehran festgenommen. Zuvor hatte Tavakoli eine flammende Rede gehalten, bei der er das Regime scharf kritisierte.

Freitag, 28. Mai 2010

Majid Tavakoli und Kouhyar Goodarzi in Lebensgefahr

Majid Tavakoli ist Berichten zufolge in die Gefängnisklinik vom Evin-Gefängnis eingeliefert worden. Aufgrund seines schlechten gesundheitlichen Zustandes sei er nicht im Stande zu sprechen. Majid Tavakoli befindet sich seit dem 22. Mai aus Protest gegen seine Isolationshaft im Evin-Gefängnis im Hungerstreik.

Seine Mutter kündigte indes an, dass sie seit der Verlegung ihres Sohnes in Einzelhaft ebenfalls in einen trockenen Hungerstreik getreten sei. Aus Solidarität mit Majid Tavakoli kündigten andere politische Gefangene vom Evin-Gefängnis einen Hungerstreik an.

Menschenrechtsaktivist Kouhyar Goodarzi, Mitglied der Organisation Committee for Human Rights Reporters, der im vergangenen Dezember verhaftet wurde, musste ebenso in die Gefängnisklinik von Evin eingeliefert werden. Goodarzi war am 20. Mai in Hungerstreik getreten, um wie Tavakoli gegen seine Verlegung in Einzelhaft zu protestieren. Berichten zufolge musste Goodarzi nun an lebenserhaltende Geräte angeschlossen werden.

Menschenrechtsorganisationen wie RAHANA (Reporters and Human Rights Activists of Iran) erklärten derweil das Regime für verantwortlich für das gesundheitliche Wohl der politischen Gefangenen, insbesondere im Hinblick auf Majid Tavakoli und Kouhyar Goodarzi.